Ätzecke/Ätzsession 17.01.2012

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Geeks@Work

Sicherheitshinweise

Die benutzten Chemikalien sind zwar nicht hochätzend oder ähnliches, aber können bei Kontakt mit Schleimhäuten dennoch ätzend wirken (sorry, no drinking).

  • Schutzbrille (Spritzer!) tragen
  • Kittel (Ätzmittel hinterlässt nette Flecken)
  • nach Möglichkeit Handschuhe (richtige Gummihandschuhe, nicht nur Latexgloves)

Ätzablauf

Vorlage

  • Laserausdruck auf Zweckformfolie
  • auf hohen Kontrast achten (Toner-Überdruck einstellen)
  • Leiterbahnen eher dünn drucken (ca 0,5mm Stärke - Toner stößt sich ab, dünne Bahnen werden dichter gedruckt)
  • Layout spiegelbildlich ausdrucken
  • Flächen und dicke Leiterbahnen ggf. mit Edding nachschwärzen

Belichtung

  • Layout mit der Tonerseite zur Lackseite auf die Platine auflegen (dadurch schärfere Belichtung)
  • Belichtung auf ca. 90 Sekunden stellen (für Bungard-Platinen)

Entwickler

  • immer frisch ansetzen
  • nach Anleitung anmischen (bei uns 1/5 Löffel / 2g Natriumhydroxit auf 200ml kaltes Wasser)
  • ca 1min entwickeln, Platine ständig in Bewegung halten (z.B. mit weichen Haarpinsel abstreifen)
  • Entwicklungszeit ist zu Ende, wenn die belichteten Stellen blankes Kupfer zeigen und kein Grauschleier mehr vorhanden ist
  • anschließend: mit Wasser abspülen und abtrocknen
  • Tipp: Sollte der Photolack an einer Stelle Unterbrechungen/Beschädigungen aufweisen, mit (ätzfesten) Edding übermalen/korrigieren

Ätzen

Wir haben die Küvettenätzanlage eingeweiht.

  • nach Anleitung Ätzlösung ansetzen oder alte Ätzlösung benutzen
    • Ätzlösung auf rund 40-50°C erhitzen
    • bei Neuansetzen 200g Natriumpersulfat auf 1l Wasser benutzen
  • Ätzlösung in Ätzanlage einfüllen, Heizstab und Luftpumpe einschalten
  • Platine in Platinenhalter einspannen und in die Küvette eintauchen
  • Ätzen, bis das restliche Kupfer an den belichteten Stellen komplett abgetragen ist und das Basismaterial sichtbar wird - bei uns: Ätzdauer 11min
    • das Ätzen wandelt das Kupfer in Kupfersulfat um - dadurch wird die Lösung leicht bläulich
  • anschließend: mit Wasser abspülen
Platine nach dem Eintauchen
Platine nach wenigen Minuten
the_nihilant beobachtet das Ätzbad
Erste Ätzstellen werden sichtbar
Die Platine wird einmal gewendet zur gleichmäßigeren Ätzung
Rückseite der Platine, kurz vor Ende
Die erste fertige Platine nach dem Abwaschen

Nachbearbeitung

  • Mit Kleenex trocknen
  • etwas Aceton auf Tuch auftragen und den restlichen Photolack der Platine vollständig entfernen (lieber mehr als einmal wiederholen, min. 2 Vorgänge, um alle Lackreste zu erwischen)
  • Lötlack aufsprühen zum Oxidationsschutz und als Flussmittel fürs spätere Auflöten von Komponenten
  • Ätzlösung wieder in Flasche füllen oder zur Entsorgung aufbewahren (beschriften und als Sondermüll bei Recyclinghof abgeben)
  • Entwicklerlösung kann (verdünnt) in den Ausguss gegossen werden (in kleinen Mengen! sonst neutralisieren)

Bohren

  • bei Hartpapierplatinen mit HSS-Bohrer, bei Epoxidharz mit Hartmetallbohrer (Epoxidharz+Glasfasergewebe hat eine hohe Härte und verschleißt daher HSS-Bohrer sehr schnell - Hartmetallbohrer sind hingegen sehr teuer und brechen schnell)
  • Bohrständer benutzen (insbesondere bei Hartmetallbohrer wegen Bruchanfälligkeit)
  • Safety first (Schutzbrille tragen!)